Morte accidentale di un anarchico
Von Dario Fo in einer Inszenierung von Valerie Kiendl

IN ITALIENISCHER SPRACHE mit deutschen Übertiteln.

Ein Anarchist ist eines Bombenanschlags angeklagt. Doch während seines Verhörs stürzt er sich (?) aus dem Fenster. War es verzweifelter Selbstmord? Ein Unfall? Eine Verkettung von Missgeschicken? Oder Vertuschung der inhumanen Verhörmethoden?

Ein "Verrückter" ist der Hochstapelei angeklagt. Des Rollenspielens mehr als kundig, schlüpft er kurzerhand in die lang ersehnte Rolle eines Richters und lässt die Kommissare und den Polizeipräsidenten wie die Puppen tanzen. Durch das mehrfache Nachspielen dieser Verhörsituation mit Todesfolge gibt er zunächst vor, eine neue, möglichst wahrscheinliche Protokoll-Version zu konstruieren, zieht dabei die Schlaufe aber immer enger und enthüllt schließlich die Lüge.

Dario Fo legt seinem Stück die rechtsextremistischen Bombenanschläge von 1969 zugrunde, für die den Anarchisten durch Behörden und Presse die Schuld gegeben wurde. Während der Verhöre in Mailand "fiel" tatsächlich ein Unschuldiger plötzlich aus dem Fenster des 5. Stocks. Dario Fos metatheatrales Spiel bewegt sich dabei zwischen Shakespeares Hamlet und Brechts epischem Theater: das Theater als Mittel zur Wahrheitsfindung und das Theater als Wachrütteln des Publikums zur politischen Aktivität. Dario Fo fügt dem noch die Kraft des (Aus-)Lachens hinzu, um den Mächtigen die Macht zu nehmen.

 

Karten zu € 20.- an der Abendkasse.

(Schüler/Studenten/Rentner gegen Vorlage des Ausweises: € 18.-)

EC-Kartenzahlung leider nicht möglich.

Sa. 10.03.2018 19:30 Uhr Karten reservieren für 10.03.2018

Darsteller: Lukas Eisend, Sandra Ellena, Michael Engelhardt, Roberto Furno, Laura Jentsch, Nuccio Pecoraro, Ana-Maria Popa, Jan Strauch und Annika Semmler

ZUR REGIE

Gerade in Würzburg angekommen bringt Valerie Kiendl mit dem teatro in cerca (TiC) ein Stück von Dario Fo auf die Bühne. Die Doktorandin der Romanistik probiert sich seit mittlerweile vier Jahren (u.a. auch) an italienischsprachigen Texten aus, als sie zusammen mit Claudia Kiessl teatRom.25 gründete, das Pendant zum TiC an der LMU München. Nach Bearbeitungen von Pirandello, Dante, Boccaccio, Da Ponte und Ferreri lotet sie mit Dario Fo vor allem das seinem morte accidentale di un anarchico zugrunde liegende Konzept des teatro verità aus.

 

TEATRO IN CERCA

Das teatro in cerca, ursprünglich ein Projekt von Romanisten der Universität Würzburg, ist seit 2001 ein gemeinnütziger ein­getragener Verein. Das internationale Ensemble inszeniert jedes Jahr ein Theaterstück in italienischer Sprache und ist mittlerwei­le zu einer festen Institution in der Theaterlandschaft der Stadt Würzburg, aber auch darüber hinaus, avanciert. Zum Repertoire gehören sowohl Klassiker als auch Geheimtipps des italienischen Theaters. Damit auch diejenigen Zuschauer, die noch nicht so gut Italienisch sprechen, auf ihre Kosten kommen, gibt es an der Abendkasse kostenlos ein Programmheft mit ausführlicher Inhaltsangabe in deutscher Sprache (vorab schon zum Herun­terladen). Der Verein TEATRO IN CERCA e. V. – circolo culturale italo-tedesco trägt seit einigen Jahren auch durch Projekte in anderen Kulturbereichen (u. a. Autorenlesungen, die Italienischen Filmtage, Aktionen für Kinder) zur Förderung der deutsch-italienischen Verständigung bei.

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